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    Dieser Satz schwächt fast jede Bewerbung

    Ich habe heute einen kleinen Zaubertrick für dich.

    Ich werde dir nämlich vorhersagen, wie du auf diesen Bewerbungstipp reagieren wirst:

    Den ersten Teil dieses Artikels wirst du lesen und innerlich die ganze Zeit nicken: „Klingt logisch, natürlich ist das so.“

    Und dann kippt es plötzlich.

    Dann wirst du denken: „Na gut, mag sein. Aber bei mir ist das etwas anderes!“

    Neugierig?

    Dann lass uns dazu ein kleines Gedankenexperiment machen.

    Der neue Friseur

    Stell dir vor, du hast einen Termin bei einem Friseur gebucht, bei dem du noch nie warst. Du willst einfach mal etwas Neues ausprobieren.

    Du kommst an, wirst freundlich begrüßt, setzt dich auf den Stuhl und erklärst, was du dir vorstellst.

    Alles ganz normal.

    Doch bevor es losgeht, sagt der Friseur: „Einen kleinen Moment bitte“, verschwindet kurz und kommt dann mit einem Zettel zurück.

    Er drückt ihn dir in die Hand und sagt:

    „Hier ist meine Meisterurkunde. Ich bin wirklich Friseur.

    Und falls Sie mitbekommen haben, dass sich letzte Woche eine Kundin über ihren Haarschnitt beschwert hat: Das lag an einer stumpfen Schere! Das war auch nicht meine, die hatte eine Kollegin dort liegen gelassen.

    Ich habe übrigens auch noch nie jemandem ins Ohr geschnitten. Wirklich nicht.

    Und obwohl ich diesen Beruf schon seit zwanzig Jahren mache, kenne ich selbstverständlich trotzdem noch die neuesten Trends.“

    Was passiert in deinem Kopf?

    Wahrscheinlich nicht: „Puh, zum Glück. Endlich ein echter Friseur.“
    Oder: „Wie beruhigend, dass er das mit den blutenden Ohren extra erwähnt. Da fühle ich mich doch gleich sicher.“

    Wahrscheinlich denkst du etwas ganz anderes:

    „Warum erzählt er mir das alles? Wieso bringt er mich überhaupt auf solche Gedanken? Warum muss er betonen, dass er wirklich Friseur ist?“

    Seine Erklärungen schaffen Misstrauen, statt Vertrauen.

    Genau so wirken viele Bewerbungen

    Und jetzt denk einmal an Bewerbungen.

    Da liest eine Personalerin zum Beispiel Sätze wie:

    „Ich war dort nur so kurz angestellt, da Umstrukturierungsmaßnahmen erfolgt sind.“

    „Trotz meiner langjährigen Berufserfahrung arbeite ich gerne mit jungen Menschen zusammen.“

    „Selbstverständlich würde ich auch eine Schulung in Google Analytics absolvieren.“

    Was ist die Hoffnung hinter solchen Sätzen?

    Meistens diese: Die andere Person soll verstehen, dass es gute Gründe gab. Dass man flexibel ist. Dass man nicht zu alt ist.

    Doch genau hier passiert derselbe Effekt wie beim Friseur.

    Die Person auf der anderen Seite denkt nicht: „Ah, verstehe. Gut, dass sie das erklärt.“

    Sondern eher:
    „Warum betont sie das so sehr?“
    „Warum verteidigt sie sich, obwohl ich noch gar nichts unterstellt habe?“
    „Warum erwähnt sie Themen, die ich vielleicht gar nicht problematisch gefunden hätte?“

    Ungefragte Rechtfertigungen lenken Aufmerksamkeit oft erst auf den möglichen Makel.

    Warum das so ist

    Das Muster dahinter ist universal menschlich:

    Wenn jemand etwas verteidigt, bevor überhaupt ein Vorwurf im Raum steht, wirkt das n icht souverän. Es wirkt eher so, als gäbe es tatsächlich etwas zu verteidigen.

    Genau deshalb fühlen sich viele Erklärungen in Bewerbungen nicht entlastend an, sondern unsicher.

    Wir wollen Missverständnisse vermeiden – und erzeugen sie dabei erst.

    Wir wollen Stärke zeigen – und wecken stattdessen Zweifel.

    Wir wollen mehr Chancen gewinnen – und verspielen sie in Wahrheit.

    Was in Bewerbungen überzeugt

    Überzeugungskraft entsteht nicht dadurch, dass du schreibst:

    „Es lag nicht an mir.“
    „Ich bin trotz meines Alters noch leistungsfähig.“
    „Ich wäre auch bereit, dazuzulernen.“

    Überzeugungskraft entsteht anders.

    Sie entsteht, wenn du zeigst, wer du bist, was du gemacht hast, was du kannst.

    Und dann lässt du die andere Seite daraus ihr Urteil bilden.

    Das ist viel stärker. Und ja: Es braucht auch mehr Mut.

    Denn du verzichtest damit auf das ständige Absichern, Erklären und Relativieren. Aber genau darin liegt die Souveränität.

    Weniger Rechtfertigung, mehr Klarheit

    Eine gute Bewerbung muss nicht alles kommentieren.

    Sie muss nicht jeden Bruch im Lebenslauf erklären.

    Und sie muss schon gar nicht krampfhaft beweisen, dass du „in Wahrheit doch okay“ bist.

    Viel wirksamer ist eine klare, ruhige und professionelle Darstellung deiner Qualifikation.

    Die wichtigste Regel

    Sobald du in deiner Bewerbung beginnst, dich zu rechtfertigen, dich selbst zu loben oder mögliche Einwände zur Sicherheut vorwegzunehmen, wird deine Position schwächer.

    Nicht weil mit dir etwas nicht stimmt.

    Sondern weil Rechtfertigungen selten Vertrauen erzeugen. Sie erzeugen Aufmerksamkeit für Probleme.

    Was du stattdessen brauchst, ist eine Botschaft, der klar, glaubwürdig und unaufgeregt ist.

    Denn Menschen vertrauen nicht den lautesten Erklärungen.

    Sie vertrauen dem, was stimmig wirkt.

    Wenn du lernen möchtest, wie du dich in deiner Bewerbung klar, professionell und überzeugend präsentierst – ohne dich zu verbiegen und ohne dich zu rechtfertigen – dann habe ich was für dich:

    In meinem Kurs und in der Community arbeiten wir gemeinsam daran, dass du dich am Ende nicht „verkaufen“ musst, sondern stimmig und souverän zeigen kannst.

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    Volker Klärchen

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