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Sicher, verhandlungssicher oder fließend?

von Volker Klärchen | 31. Mai 2016

Versetzen Sie sich mal in die Lage der Firma: Sie suchen einen neuen Mitarbeiter, der internationalen Kundenkontakt haben wird. In einem Lebenslauf lesen Sie:

Sprachen im Lebenslauf

Wow, ein Volltreffer! Dieser Bewerber spricht vier Sprachen! Selbstverständlich laden Sie ihn ein. Sie machen Termine aus, laden noch die Kollegen zum Gespräch ein und freuen sich schon auf Ihren (hoffentlich) zukünftigen Mitarbeiter. Doch im Vorstellungsgespräch erfahren Sie dann:

Deutsch und Englisch spricht der Bewerber tatsächlich ganz gut. Französisch hat er mal in der Schule gehabt und das meiste vergessen. Und auf Spanisch kann er sich gerade mal ein Bier bestellen.

Das ist für beide Seiten ärgerlich: Sowohl die Firma als auch der Bewerber haben Zeit, Geld und Hoffnung investiert - und werden beide enttäuscht. Deswegen denken Sie in Ihrem Lebenslauf immer daran:

Zwei gute Beispiele

Wie gut sind Ihre Sprachkenntnisse denn jetzt? Im Idealfall haben Sie einen Sprachkurs oder einen Test absolviert und können Ihr Sprachniveau ganz konkret angeben:

Doch das ist eher die Ausnahme, alle anderen Bewerber müssen sich auf ihr Gefühl verlassen. Dafür habe ich eine Skala vorbereitet, auf der Sie sich die passende Einstufung suchen können. Von oben nach unten werden Ihre Sprachkenntnisse dabei besser:

Einstufung Sprachkenntnisse

Die eigene Einschätzung

Wenn ich Sie jetzt fragen könnte, wie gut Sie z.B. Englisch sprechen, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten:

"Da bin ich mir 100% sicher! Mein Englisch ist _____ !"

Wenn Sie ein gutes Gefühl haben, dann schreiben Sie diese Einschätzung einfach hin. Das ist das Beste, was Ihnen passieren kann.

"Ach, ich weiß nicht. Ich kann das nicht gut genug."

Das wird Sie jetzt überraschen: Wenn Sie so denken, dann nehmen Sie immer die nächst-bessere Einstufung als die, die Sie vom Gefühl her wählen würden. Wenn Sie also denken "Ich bin da nicht so gut, ich schreibe mal lieber Grundkenntnisse" - dann schreiben Sie mindestens "gute Kenntnisse".

Die Gründe dafür sind ebenso spannend wie ausführlich - doch das ist das, was ich in 10 Jahren Coaching immer wieder bestätigt bekommen habe. Menschen mit Selbstzweifel neigen dazu, Ihr Licht unter den Scheffel zu stellen. (Na, kommt Ihnen das bekannt vor?)

Zusammenfassung

Für die Firma ist diese Einstufung eine wichtige Hilfestellung, um Enttäuschungen zu vermeiden. Und machen Sie sich keine Sorgen, ob Sie mit Ihrer eigenen Einschätzung im Lebenslauf auch ganz genau richtig liegen. Die Firma wird sich niemals nur auf Ihre Einstufung verlassen!

Wenn die Sprachkenntnisse für den Job wirklich wichtig sind, dann wird auch das im Bewerbungsverfahren noch ganz genau getestet. Da würde sich keine Firma nur auf den Lebenslauf verlassen. Doch um die richtigen Kandidaten in die Vorauswahl zu nehmen ist die Einstufung Ihrer Sprachkenntnisse unverzichtbar.

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