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Podcast #21

Tipps für Online-Vorstellungsgespräche

von Volker Klärchen | 19. Dezember 2021
Viele Vorstellungsgespräche finden inzwischen online statt. Das bringt ganz neue Aufgaben mit sich und ganz neue Themen, auf die man als Bewerberin achten sollte. Hier bekommst du von mir fünf Tipps, wie du auch online optimal ankommst.
Transkript (hier klicken um den Text anzuzeigen):

Das hier ist die letzte Ausgabe im Jahr 2021. Seit August gab es jeden Sonntag eine neue Folge. 21 mal. Das sind also genau 21 Folgen im Jahr 2021 – das passt doch prima!

Nach dieser Folge gibt es erst mal eine kleine Weihnachtspause. Die Ausgabe 22 wird also erst am 9. Januar 2022 erscheinen.

Vorher widmen wir uns aber noch mal deiner Bewerbung, genauer gesagt dem Vorstellungsgespräch.

Titelmusik

Ich habe ein Weihnachtsgeschenk erhalten – und zwar in Form einer Frage. Anni hat mir die folgende Sprachnachricht geschickt:

„Hallo Volker, hier ist die Anni aus Heidelberg. Mich würde interessieren, welche Besonderheiten es gibt, wenn das erste Bewerbungsgespräch online stattfindet.

Es ist doch eine andere Situation, als wenn ich persönlich da bin. Worauf sollte ich achten?“

Als ich mir Gedanken über die Antwort gemacht habe, da wurde ich richtig ein bisschen sentimental. Denn ich weiß ja nicht wann du - ja, genau du – diesen Podcast das erste Mal hörst - aber vielleicht ist das viel später als Januar 2022. Vielleicht haben wir die Pandemie dann längst hinter uns gelassen. Und vielleicht finden Vorstellungsgespräch wieder ganz normal statt – nur: Wer weiß das schon?

Und außerdem: Wer sagt denn, dass hinterher wieder alles genauso sein wird wie vorher? Das glaube ich nämlich nicht. Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, dass in den Firmen viel mehr online möglich ist, als die sich das selber vorgestellt haben. Home-Office? Geht bei uns nicht! Und plötzlich, im April 2020: Home-Office? Ab nächster Woche!

Die Unternehmen haben also festgestellt, dass man auch ein Vorstellungsgespräch ganz hervorragend über Zoom, Teams, Skype oder was auch immer führen kann. Als Bewerberin fühlt sich so ein Gespräch aber schon ganz anders an.

Damit du auch online immer den besten Eindruck hinterlässt, habe ich dir fünf meiner Lieblingstipps zusammengestellt:

#1: Auf die Augenhöhe achten

Wenn du bei einem normalen Vorstellungsgespräch bist, dann sitzt du mit deinen Gesprächspartnern an einem Tisch und ihr seid automatisch in etwa auf gleicher Höhe. Natürlich gibt es da immer ein paar Zentimeter Unterschied, aber du würdest jetzt nicht auf die Idee kommen, so einen Schiedsrichterstuhl vom Tennis mitzubringen. Das würde ziemlich albern aussehen, wenn du so von oben herab mit den anderen reden würdest.

Online machen wir das aber.

Stell dir mal vor, die Kamera in deinem Notebook, das sind die Augen deines Gesprächspartners. Und jetzt schau dir mal an, wo diese Kamera während des Gesprächs steht: Und wenn das die Augen sind – wo ist denn der Rest vom Kopf? Und der Körper? In den meisten Fällen wirst du entsetzt feststellen, dass dein Gegenüber schräg unter dir sitzt und du von oben auf ihn raufschaust.

Ein bisschen so, als wärst du die Zahnärztin und er der Patient.

Genau so wirkt das auf den anderen leider oft. Denn die Höhe der Kamera vermittelt immer auch ein Gefühl. Das wissen die Filmemacher ganz genau und nutzen das ganz bewusst, um zum Beispiel Bösewichte noch bedrohlicher wirken zu lassen. 

Genau diesen Effekt erzielen die meisten Bewerber, wenn sie von schräg oben in ihre Webcam gucken.

Zum Glück kann man das ganz einfach ändern: Ich selber stelle zum Beispiel zwei Kartons unter mein Notebook, wenn ich daran ein Gespräch führe. Und die sind genau so groß, dass die Kamera genau auf Höhe meiner Augen sitzt.

Das macht einen großen Unterschied, und wer möchte im Vorstellungsgespräch schon bedrohlich wirken?

#2. Es werde Licht

Klingt so einfach, ist aber oft das schwierigste. Falls du schon mal auf Instagram und Co. die ganzen Influenzer bestaunt hast, dann wärst du vielleicht verblüfft, wenn du sehen könntest, was für einen Aufwand die betreiben, damit ihre Aufnahmen hell und natürlich wirken. 

Da blinzelt dann eine junge – und im übrigen perfekt frisierte und geschminkte – Dame verschlafen in die Kamera und behauptet, gerade erst wach geworden zu sein – und hinter der Kamera stehen mindestens zwei Scheinwerfer und ein Ringlicht.

Aber keine Sorge, das brauchst du alles nicht.

Das Beste, was du nutzen kannst, ist das Tageslicht. Schau mal, ob du dich irgendwo seitlich oder schräg vor ein Fenster setzen kannst. Das reicht in vielen Fällen schon – außer natürlich, es ist wie jetzt gerade Winter und es wird um 14:30 Uhr schon zappenduster.

Dann brauchst du natürlich eine Lampe, Und auch bei der kommt es wieder auf die Position an: Wenn sie direkt über dir hängt, dann zaubert sie dir lustige Schatten ins Gesicht, so dass du im Video aussiehst wie Darth Vader persönlich.

Und wenn du sie direkt von vorne auf Augenhöhe in dein Gesicht scheinen lässt, dann wirkt dein Gesicht im Video ungewöhnlich flach.

Ideal ist es, wenn das Licht schräg von vorne oben auf dich fällt. Und ich weiß, professionelle Videofilmer werden an dieser Stelle aufschreien „Warum empfiehlst du nicht eine Drei-Punkt-Beleuchtung!“ – aber du möchtest ja kein Influenzer werden, du möchtest nur möglichst gut Vorstellungsgespräch rüber kommen - und dafür würde ich nicht extra neues Equipment anschaffen..

#3 Auf den guten Ton achten

Du bist jetzt gut zu sehen und wirkst sympathisch. Genauso wichtig ist es allerdings auch, dass die anderen dich gut hören - und die sie auch.

Da lauert allerdings eine technische Falle: Denn wenn du deine Lautsprecher so laut einstellst, dass der Ton daraus bis in dein Mikro gelangt – dann entsteht eine Rückkopplung. Das hast du sicherlich schon mal auf irgendeiner Veranstaltung erlebt, wo plötzlich ein echt fieser, hoher Ton aus den Lautsprechern kam.

Das passiert immer dann, wenn dein Mikrofon deine Lautsprecher hören kann.

Bei Zoom passiert das Ganze zumindest aus meiner Erfahrung fast nie. Die haben ihre Software so gebaut, dass Rückkopplungen sehr gut vermieden werden.

Bei Teams kann das aber gerne mal passieren.

In dem Fall kannst du dir mit Kopfhörern oder einem Headset helfen. Das sieht natürlich ungewohnt aus, aber in der Bewerbung geht ja oft: praktisch geht vor schön. Und praktisch ist das auf jeden Fall.

#4 Blickkontakt aufbauen

Wie würdest du dich fühlen, wenn du dich eine Stunde mit einem Menschen unterhältst, und der guckt dabei die ganze Zeit auf deine Schuhe. Seltsam, oder?

Leider ist das auch wieder so eine Sache, die bei Onlinegesprächen fast automatisch genauso passiert:

Du siehst deinen Gesprächspartner auf dem Monitor und guckst ihm intuitiv auch da in die Augen. Der andere sieht dich allerdings nicht durch den Monitor, sondern durch die Kamera – und da du da nie hin guckst, sieht es für ihn die ganze Zeit so aus, als würdest du irgendwas schräg unter ihm ansehen.

Dafür habe ich mir wieder eine ganz simple und vor allem billige Lösung ausgedacht: Ich nehme zwei gelbe Post’it Notes und klebe sie links und rechts neben die Kamera.

Das erinnert mich während des Gesprächs daran, immer wieder genau dorthin zu gucken. Es fühlt sich komisch an, weil du in Wahrheit die obere Leiste deines Monitors anstarrst – beim anderen kommt es aber so an, als würdest du ihm direkt in die Augen schauen. Und das schafft Vertrauen.

#5: Mach den Nachteil zum Vorteil

Warum soll denn durch Onlinegespräche alles nur schwieriger werden? Es gibt nämlich etwas, dass dir so ein Gespräch sogar enorm erleichtern kann: Die Tatsache, dass dein Gesprächspartner nicht mehr alles sehen kann. 

Der sieht nämlich nur noch den kleinen Ausschnitt, den du mit der Kamera auswählst. Unter achtest du ja sowieso darauf, dass der Hintergrund möglichst Ablenkungsfrei ist und sich vielleicht nicht gerade die Schmutzwäsche den letzten drei Monate dort türmt.

Und falls du das Gespräch halt doch aus deiner liebsten Schmuddelecke führen musst, weil da das Licht am besten ist – Zoom und Teams bieten beide die Möglichkeit, den Hintergrund automatisch unscharf zu schalten. Dann weiß keiner, was es bei dir so alles zu entdecken gibt.

Jetzt aber das großartige: Direkt vor dir gibt es jetzt eine Fläche, die du immer vor Augen hast - die dein Gesprächspartner aber nicht sehen kann. Grob gesagt alles, was im Bereich deiner Tastatur ist.

Warum also nicht mit Spickzetteln und Notizen arbeiten?

Da gehört natürlich ein bisschen Geschick dazu: Wenn du zum Beispiel bei der Selbstpräsentation die ganze Zeit auf die Tastatur  starrst, weil da deine Notizen liegen, dann merkt das natürlich auch jeder.

Aber wenn da nur ein Zettel mit wenigen Stichworten wäre und du guckst nur nur ab und zu runter – dann wirkt das komplett normal.

Du kannst dir also schon überlegen, wie du dich vorstellen wirst, wie du auf bestimmte Fragen antworten willst oder was du selber alles noch an Fragen hast. Und keiner kann dein kleines Geheimnis entdecken - super, oder?

Der Tipp der Woche

Hier noch mal der Schnelldurchlauf:

  • #1 Achte auf die Augenhöhe
  • #2 Sorge für angenehmes Licht
  • #3 Sorge auch für guten Ton
  • #4 Baue Blickkontakt auf
  • #5 Arbeite mit verdeckten Notizen

Ansonsten gilt für Onlinegespräche alles, was auch für normale Vorstellungsgespräche gilt. Und dazu habe ich ein praktisches E-Book geschrieben, das dir auf 32 Seiten alles verrät, was du über Gespräche wissen solltest: 

Wie sind die aufgebaut, warum stellt die Firma eigentlich bestimmte Fragen, was wollen sie wirklich damit rausfinden und wie gehst du mit richtig fiesen Fragen souverän um.

Dieses E-Book verlinke ich dir in den Shownotes und du findest es auch auf meiner Homepage. Am besten du kaufst zehn Stück und beschenkst damit Freunde und Familie!

Ich wünsche dir frohe Festtage, komm gut ins neue Jahr und wir sehen uns 2022 gesund und munter wieder.

Bis bald.

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