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Podcast #026

Richtig kündigen

von Volker Klärchen | 13. Februar 2022
Hurra, du hast einen neuen Job! Jetzt musst du nur noch den alten loswerden – also den alten Job natürlich. Damit auch dabei nichts schiefgeht habe ich in dieser Folge die wichtigsten drei Regeln zur Kündigung zusammen gefasst.
Lieber lesen? Hier findest du ein vollständiges Transkript dieser Folge.

Transkript

hier klicken um den Text anzuzeigen

„Weißt du was Chef? Du kannst mich mal! ich hab den Laden hier so satt, ich gehe! Und deine ***laune, die kannst du in Zukunft an anderen auslassen. 

Sieh zu wer diesen *** in Zukunft am laufen hält. Meinetwegen kannst du dich selbst um die ganze *** kümmern!“

*So* kündigt man schon mal nicht.

TITELMUSIK

Hurra, du hast einen neuen Job! Jetzt musst du nur noch den alten los werden – also den alten Job natürlich.

Wie das geht und was du dabei beachten solltest, das erzähl ich dir heute.

Auf dieses Thema gekommen bin ich durch einen aktuellen, sehr kuriosen Fall: 

Eine Kundin von mir ist in ihrem Job sehr unglücklich. Ihr Chef hat sie richtig mies behandelt und Dinge von ihr erwartet, die ganz klar nicht in ihren Aufgabenbereich fallen. Und ich meine damit nicht, sie sollte Aufgaben aus einer anderen Abteilung übernehmen oder so - nein, das fiel eher in den privaten Bereich.

So könnte er vielleicht mit seiner Partnerin reden – und selbst die würde ihm dann wahrscheinlich was erzählen.

Das ganze hat allerdings mit so einer Selbstverständlichkeit und so eindrucksvoll gemacht, dass sie sich tatsächlich gefragt hat: Bin ich eventuell das Problem? Stelle ich mich an? Vielleicht gehört das ja zum Job dazu? 

Zum Glück hat sie doch gezweifelt und ist zu mir gekommen – und mir ist echt die Kinnlade runtergeklappt. Was dieser Mensch da treibt, das muss sie sich nicht bieten lassen. Das ist unter aller ***. 

Ach, ich wusste gar nicht dass das Wort auch schon verboten ist. Putzig!

Naja, wir haben dann daran gearbeitet, dass sie aus dieser Firma möglichst schnell herauskommt Und schließlich hat sie dann auch mit ihrem Chef über die Kündigung gesprochen. Und er – hat sie einfach nicht akzeptiert.

Ich mach das jetzt schon zwölf Jahre, und das hab ich wirklich noch nie erlebt.

Und das war auch nicht das einzige, bei dem er sich quergestellt hat – doch bis jetzt haben wir zusammen jede einzelne Etappe gewonnen. Und schon bald wird sie hoffentlich in einer anderen Firma arbeiten, in der sie auch gut und wertschätzend behandelt wird.

Nun wird dir das hoffentlich nicht passieren, dass du an so einen Vorgesetzten gerätst, der deine Kündigung einfach ignorieren möchte. 

Trotzdem möchte ich das zum Anlass nehmen und mal durchgehen, wie man richtig kündigt – denn viele Menschen merken erst in dieser Phase der Bewerbung, dass sie das noch nie gemacht haben.

Regel Nummer 1 bei der Kündigung ist, dass du nicht über die Kündigung redest. Also wie beim Fight Club.

Du sprichst erst darüber, wenn alles unter Dach und Fach ist.

Manche Menschen entwickeln eine Art Pflichtgefühl der Firma gegenüber, dass sie Ihrem Chef schon mal Bescheid sagen müssten, dass sie sich nach einem neuen Job umsehen. 

Das ist aber in den aller–allermeisten Fällen keine gute Idee. 

Eine Kündigung ist auch immer ein bisschen wie eine Trennung. Da können plötzlich Emotionen auftreten, mit denen du vorher gar nicht gerechnet hast. Im Sinne aller Beteiligten solltest du die Kündigungsabsicht also erst mal zu deiner Privatsache machen.

Denke immer dran: Umgekehrt hätte die Firma kein Problem damit, dich bis zur letzten Sekunde im Unklaren darüber zu lassen, dass du deinen Job verlieren wirst.

Wenn du ein wirklich exzellentes Vertrauensverhältnis zu deinem Chef hast – vielleicht. Aber ich würde mir das immer sehr gut überlegen.

Du sprichst auch noch immer nicht darüber, wenn dir die neue Firma ein Vertragsangebot macht. Denn wirklich sicher weißt du es erst dann, wenn du einen Vertrag in Händen hältst, der von der Firma auch unterschrieben. 

Ich habe schon mehr als einmal erlebt, dass jemand gekündigt und die neue Firma danach doch noch einen Rückzieher gemacht hat. Vielleicht weil der Betriebsrat widersprochen hat oder weil es plötzlich finanzielle Probleme gab. Und damit du niemals Gefahr läuft, plötzlich ohne Job dazusitzen, bleibt die Kündigung bis dahin geheim.

Regel Nr 2: Kenne deine Kündigungsfrist. Die steht meist in deinem Arbeitsvertrag, und wenn sie da nicht geregelt wurde, dann gilt die gesetzliche Kündigungsfrist. 

Viele haben z. B. eine Kündigungsfrist von sechs Wochen zum Quartalsende, aber es gibt auch Verträge die eine Frist von sechs Monaten oder mehr haben.

Vielleicht bist du ja sogar eine von den Menschen, die so eine exorbitant lange Frist in ihrem Vertrag stehen haben. Dann machst du dir wahrscheinlich schon Sorgen: „Welche Firma stellt denn jemanden ein, auf den sie ein halbes Jahr warten muss?“

Und diese Sorge möchte ich dir nehmen. Denn oft ist es so, dass Firmen diese langen Kündigungsfristen nur dazu benutzen, dir Angst zu machen. Es soll dich davon abhalten, auch nur über einen Jobwechsel nachzudenken. Es ist ein Instrument der Abschreckung.

Wenn du dann aber doch einen neuen Vertrag bekommen hast und deine Kündigung einreichst, dann reden sie plötzlich ganz anders:

Denn welches Unternehmen hat schon Interesse daran, jemanden über Monate im Unternehmen zu halten, der gedanklich schon längst woanders ist.

Schließlich haben sie dir diese Frist gegeben, um die Idee einer Kündigung schon im Keim zu ersticken. Wenn du jetzt fünf Monate im Büro rumläufst und darüber redest, wo du bald arbeiten wirst – dann bringst du am Ende nur die Kollegen auf ähnliche Ideen.

Das wollen die auf gar keinen Fall.

Also ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie dir einen Aufhebungsvertrag oder sogar eine Freistellung anbieten. Und schon hättest du die Möglichkeit, früher als erwartet im neuen Unternehmen anzufangen - oder auch nicht.

Ich meine, wenn du für eine Zeit freigestellt wirst, du also nicht mehr ins Büro kommen musst und trotzdem ein volles Gehalt erhältst – dann würde ich dir empfehlen, die Zeit auszukosten! Wann hat man als Erwachsener schon mal Gelegenheit, sich auf Firmenkosten zu erholen?

Die dritte und letzte Regel lautet dann: Sorge dafür, dass deine Bewerbung zweifelsfrei dokumentiert wird.

Einfach nur einen Brief in die Post zu stecken ist zum Beispiel keine gute Idee. Wenn die Firma dir Böses will kann sie behaupten, dass dieser Brief nie angekommen ist. Und schwupps ist die Kündigungsfrist verstrichen und du sitzt ein weiteres Quartal fest.

Wenn du die Kündigung also mit der Post verschickst, dann immer als Einschreiben.

Noch sicherer ist es natürlich, wenn du sie persönlich überreichst und du dir das dann auch noch quittieren lässt.

Hab keine Angst, damit irgendjemandem auf die Füße zu treten – es dient deiner Absicherung und zwingt die andere Seite nur dazu, sich so fair und professionell zu verhalten, wie sie es ja sowieso immer tun würde (zwinker, zwinker).

Danach darfst du dich dann entspannt zurücklehnen, denn jetzt hast du alles richtig gemacht. Deine Tage in der alten Firma sind gezählt, und schon dadurch wird vieles erträglicher.

Ach ja, und wenn dein Chef sich weigert – dann ruf mich an.

DER TIPP DER WOCHE

Regel Nummer eins in der Kündigung - du sprichst nicht über die Kündigung.

Jedenfalls nicht, bevor du nicht einen von der neuen Firma unterschriebenen Vertrag in Händen hältst.

Regel Nummer zwei: Keine Angst vor langen Kündigungsfristen. Sie sind kein so großes Problem, wie du vielleicht denkst, und oft lösen sich mit der Kündigung auch in Luft auf.

Und Regel Nummer drei: Sorge immer dafür, dass deine Kündigung eindeutig dokumentiert wird.

Ach ja, und Regel Nummer 4: Um an einen neuen Vertrag zu bekommen, da solltest du dich natürlich bewerben. Und das möglichst gut. Und wie das geht, das zeige ich dir in meinem Webinar „Mehr Einladungen, weniger Aufwand“.

Du sitzt bei jeder Bewerbung wieder neu da und überlegst dir stundenlang, was du nur schreiben sollst? Und am Ende kommt etwas raus, was genauso klingt wie alle anderen Bewerbungen?

Das geht auch anders!

Im Webinar zeige ich dir einen Weg, wie du in Zukunft nur noch Minuten für eine Bewerbung brauchen wirst – ja, ganz im Ernst. Und obwohl du deutlich weniger Zeit und Arbeit in deine Bewerbungen steckst, wirst du viel mehr Einladungen erhalten als vorher.

Neugierig? Dann komm ins Webinar!

Den Link dazu findest du in den Shownotes zu dieser Episode und auf meiner Homepage.

Und bis dahin sage ich

bis bald.

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