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Podcast #20

Die Suche nach dem Traumjob

von Volker Klärchen | 12. Dezember 2021
"Irgendwo ist irgendwer, der sucht nach ... genau dir." Diesen Satz habe ich vor einigen Tagen auf LinkedIn gepostet und dazu eine spannende Frage erhalten: Wie sorge ich denn dafür, dass er mich auch wirklich findet?

2022 startet mein neuer Live Workshop "LinkedIn für Bewerber"

Hier kannst du dich auf die Warteliste setzen.

Transkript (hier klicken um den Text anzuzeigen):

Irgendwo ist irgendwer, der Sucht nach ... nein, nicht nach irgendwem, sondern nach dir. Nach genau dir. Das habe ich vor kurzem auf Linkedin gepostet. Und dazu habe ich eine spannende Frage bekommen.

Titelmusik

Irgendwo ist irgendwer, der sucht genau nach dir. Auf diesen Post bekam ich den folgenden Kommentar:

„Und wie findet der genau mich oder ich ihn? Das ist ja eine Suche im Heuhaufen“

Das ist ja auch das Problem an solchen Motivationssprüchen: Sie sagen dir, dass alles gut wird, verraten dir aber nicht, was du dafür genau tun musst. Und nein, sich nur hinsetzen und sich das wünschen - das wird nicht reichen.

Deswegen möchte ich diese Folge nutzen dir ein paar Tipps zu geben, mit denen du dem Schicksal ein wenig auf die Sprünge helfen kannst: Was kannst du tun, um schneller eine Firma zu finden, die genau so jemanden wie dich gesucht hat?

Drei Tipps habe ich für dich, und der erste hat mit deiner inneren Einstellung zu tun. 

Nummer eins: Es gibt keine Traumjobs. 

Du wirst dir das Leben sehr viel leichter machen, wenn du aufhörst nach einem Traumjob zu suchen. Denn die gibt es nur im Traum. Albtraumjobs gibt es fieserweise auch im echten Leben.

Doch ganz egal, wie grandios du dir einen bestimmten Job vorstellst – am Ende ist es nie ganz so, wie du es dir ausgemalt hast. In jedem Job wird es Aufgaben geben, die dir weniger Spaß machen als andere. Und in jeder Firma wirst du Menschen begegnen, die du weniger gut leiden kannst als andere.

Das war jetzt die diplomatische Fassung von: Du wirst immer Dinge tun müssen, die dir keinen Spaß machen. Und du wirst immer jemanden treffen, der dir auf den Geist geht. Ganz egal, was du tust oder wo du arbeitest.

Jetzt habe ich oft mit Menschen zu tun, die gerade aus einem sehr unangenehmen Umfeld heraus wollen: Der Chef ist ein Idiot, die Kollegen sind unkollegial oder die Aufgaben sind einfach nur noch nervtötend und kräftezehrend.

Und manchmal kommen diese Menschen dann mit Vorstellungen zu mir, bei denen ich innerlich zusammenzucke: „Ich will jetzt unbedingt zu dieser einen Firma hier. Da soll es ganz großartig sein. Da werde ich glücklich. Das ist mein Traumjob!“

Es ist ja auch verständlich, dass man sich sowas wünscht, wenn man gerade in einem eher toxischen Umfeld steckt. Doch die Realität ist eben: Probleme wird es immer und überall geben. Der Unterschied liegt nur im Härtegrad: Manchmal sind die Probleme unerträglich, manchmal kann man sich damit arrangieren.

Wenn du allerdings schon mit der Haltung an die Jobsuche gehst: „Jetzt muss es der Traumjob sein, jetzt muss alles stimmen – ich will nicht nochmal enttäuscht werden!“, dann stellst du dir selber eine unlösbare Aufgabe.

Vielleicht wirst du anfangen und jedes Wort in der Stellenanzeige auf die Goldwaage legen. Jeden Artikel auf der Homepage, jede Pressemitteilung mit der ganz feinen Lupe analysieren. Und du wirst natürlich alle Bewertungen über diese Firma nachlesen.

Und wer Probleme sucht, der wird sie auch finden. Oder sich zumindest einreden, sie zu finden. Und sich dann denken: „Hier bewerbe ich mich lieber erst gar nicht.“

Und ob es wirklich gepasst hätte? Was für Menschen dich da wirklich erwartet hätten? Das wirst du gar nicht erst herausfinden.

Es gibt keine Traumjobs. Aber es gibt gute Jobs. Ein guter Job ist doch okay.

Tipp Nummer zwei: Du musst wissen, was du willst. 

Das ist das nächste Problem, das ich oft erlebe: Da kommen dann Leute zu mir, die wollen unbedingt raus aus ihrem Unternehmen. Vielleicht sogar aus ihrem Beruf oder ihrer Branche. Nur leider haben sie keine Ahnung, was sie stattdessen wollen.

Und das ist nur zu menschlich: Fast jeder von uns weiß, was er nicht will. Aber die simple Frage: „Was möchtest du stattdessen?“ – die können wir meist nicht konkret beantworten.

Dabei macht es einen gewaltigen Unterschied, ob man weiß was man will – oder ob man nur weiß, was man nicht will. 

Ich vergleiche das immer gerne mit jemandem, der ins Reisebüro geht. Der möchte einen richtig schönen, entspannten Urlaub verbringen. 

Letztes Jahr war er in London, und obwohl er sich jahrelang darauf gefreut hat, hat es ihm da überhaupt nicht gefallen: Die Stadt war zu groß, zu voll und das Essen fand er auch furchtbar.

Deswegen möchte er dieses Jahr auf jeden Fall etwas Schöneres erleben. Er sucht sich also professionelle Unterstützung, geht in ein Reisebüro und sagt zu der netten Frau am Schreibtisch: „Guten Tag, ich möchte gerne einen richtig schönen Urlaub machen.“

Sie fragt: „Gerne, wo möchten Sie gerne hin?“

Und er antwortet: „Nicht nach London.“

Könntest du diesem Kunden jetzt versprechen, dass du ihm die passende Reise verkaufen wirst? Einen Urlaub, der ihn wirklich glücklich macht? Seinen Traumurlaub sogar?

Natürlich nicht! Denn es gibt etwa zwölf Trilliarden Möglichkeiten, was für eine Art von Urlaub man verbringen kann – und er hat eine einzige davon ausgeschlossen: „Ich möchte nicht nach London.“ 

Was will er denn stattdessen? Eine Schiffsreise in die Karibik? Eine einsame Hütte in einem finnischen Wald? Party am Ballermann? Keine Ahnung, aber sie alle erfüllen seine einzige Bedingung: es ist nicht London.

Genauso sieht es bei deiner Jobsuche aus: Du kommst aus einem Umfeld, das dir nicht gut getan hat, und du weißt genau: Sowas will ich nie wieder!

Was möchtest du stattdessen? 

Je konkreter und bildlicher deine Antwort darauf ist, desto höher sind deine Chancen, das auch irgendwann zu finden. Denn dann wirst du es auch erkennen, wenn es dir begegnet.

Es hilft also überhaupt nicht, zu sagen: „Ich will keinen Job mehr, in dem ich wie der letzte Dreck behandelt werde.“

Es hilft wenig, zu sagen: „Ich möchte einen Job, wo ein wertschätzendes Klima ist.“

Es hilft ungemein, zu sagen: „Ich möchte einen Job, in dem es in Ordnung ist, wenn ich mal früher gehen muss. Ich möchte einen Job, in dem es okay ist, um Hilfe zu bitten. Ich möchte einen Job, in dem es akzeptiert wird, wenn ich in der Freizeit lieber zu Hause bleibe, als mit etwas mit den Kollegen zu unternehmen.“

Spürst du den Unterschied?

Der dritte Tipp klingt ein bisschen wie ein Kalenderspruch: Handle jederzeit so, dass du die Zahl deiner Möglichkeiten maximierst.

Was meine ich damit? Und ich komme jetzt noch mal auf das Reisebüro zurück:

London hat dir nicht gefallen, aber mit anderen Reisezielen hast du dich bisher nie beschäftigt. Seit Jahren hast du ein Buch über London nach dem nächsten verschlungen. Weil du ja wusstest: Da will ich mal Urlaub machen.

Woher sollst du jetzt wissen, welche Alternativen dir gefallen könnten?

Deswegen ist es schlau, sich nicht zu sehr auf ein Ziel zu fixieren. Vielleicht siehst du beim zappen mal einen Reisebericht über Spanien - dann schau ihn dir an - auch wenn du da Moment gar nicht hin willst. 

Wenn du einen Menschen triffst, der gerade in Kanada war – dann frag ihn aus. Auch wenn du gar nicht vorhast, das zu deinem Ziel zu machen – du erhöhst damit die Zahl deiner Möglichkeiten. 

Durch jeden dieser Zufälle wirst du etwas dazu lernen, von dem du heute noch gar nicht ahnen kannst, ob es nicht mal sehr wichtig für dich sein könnte. 

Gehe mit offenen Augen und Ohren durch die Welt. Sprich mit Menschen, lies ihre Geschichten, beschäftige dich bewusst mit Dingen, die nichts mit deinem Ziel zu tun haben. 

Und du wirst sehen, dass dich jedes Gespräch, jeder Artikel potentiell auf die Spur zu dem Job führt, der wirklich zu dir passt.

Der Tipp der Woche

Hier noch mal die drei Tipps zusammengefasst: 

Nummer eins: Sei dir bewusst, dass es sowas wie einen Traumjob überhaupt nicht gibt. Geh mit realistischen Erwartungen an die Suche.

Nummer zwei: Mach dir klar, was du willst. Es reicht nicht zu wissen, was du nicht willst. Sei dabei so konkret wie nur möglich.

Und Nummer drei: Geh mit offenen Augen und Ohren durchs Leben und handle stets so, dass du die Zahl deiner Möglichkeiten erhöhst.

Jetzt habe ich noch eine ganz tolle Neuigkeit für dich: Denn ein grandioser Weg, wie du vor allem Tipp Nummer drei umsetzen kannst, sind Business-Netzwerke wie LinkedIn. 

Dort hast du die Chance, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die in ganz anderen Branchen und Berufen unterwegs sind. Jeden Tag kannst du dort Beiträge finden, in denen jemand über seinen Alltag schreibt, über seine Erfolge und auch seine Missgeschicke. 

Ich werde von LinkedIn nicht dafür bezahlt und sage trotzdem: Als Bewerber ist das eine tolle Quelle für Information und Inspiration.

Und nicht nur das: Langfristig kann dich so ein Netzwerk sogar sehr zuverlässig bei deiner Jobsuche unterstützen. Allerdings ist das nichts, was von jetzt auf gleich funktioniert.

Das werde ich nämlich auch oft gefragt: „Ich suche ja einen Job, soll ich mich noch schnell bei LinkedIn anmelden?“

Da ist meine Antwort immer dieselbe: „Ja, du solltest dich anmelden, aber für die aktuelle Jobsuche wird das nichts mehr bringen. Doch für alle anderen Bewerbungsphasen, die in deinem Leben noch kommen werden, wirst du sehr froh sein, wenn du das jetzt gemacht hast. Dein zukünftiges Ich wird dir sehr dankbar sein.“

Was du als Bewerber alles tun kannst, um LinkedIn optimal für dich zu nutzen, wie du dich selber präsentierst und wie du interessante Menschen findest – das zeige ich dir in meinem neuen Workshop „LinkedIn für Bewerber“, der Anfang 2022 das erste Mal stattfinden wird. 

Du möchtest dabei sein? Dann setz dich jetzt auf meine Warteliste und du gehörst zu den Ersten, die von den Terminen erfahren. 

Den Link zur Warteliste findest du in den Shownotes und natürlich auch auf meiner Homepage.

Ich freue mich, wenn du dabei bist und sage wie immer

bis bald.

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