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Lücken im Lebenslauf erklären und füllen

Du hast eine Lücke im Lebenslauf und fragst dich, wie deine Bewerbung jetzt trotzdem erfolgreich werden kann?

Dann bist du hier genau richtig.

Vermutlich hast du Gedanken wie: "Bloß keine Lücken! Mit einer Lücke nimmt dich keiner! Es muss immer alles perfekt sein!"

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Doch das stimmt nicht. Die Arbeitswelt hat sich verändert, und den klassisch geraden Lebenslauf gibt es immer seltener. Lücken im Lebenslauf sind keine Ausnahme mehr.

Lücke im Lebenslauf füllen

Das liegt zum einen daran, dass die Arbeitswelt dynamischer und unvorhersehbarer geworden ist. Man verliert heute schneller den Job als noch vor 10 oder 20 Jahren.

Manchmal steckt hinter einer Lücke auch keine Kündigung: Manche Menschen nehmen bewusst eine Auszeit, andere haben gesundheitliche Herausforderungen oder familiäre Verpflichtungen.

Lücken kommen in den besten Familien vor.

Trotzdem können Lücken bei der Jobsuche eine große Verunsicherung sein – und die möchte ich dir gerne nehmen.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie man Lücken im Lebenslauf nicht nur erklärt, sondern sie als einzigartige Bestandteile der eigenen Geschichte hervorhebt.

Ich werde dir praktische Tipps und Strategien zeigen, damit du selbstbewusst und authentisch zu deinem persönlichen Weg stehen kannst, ohne etwas zu verbergen.

Ganz gleich, ob du nur eine kurze Auszeit oder eine längere Unterbrechung hattest - es gibt immer effektive Wege, deine Geschichte zu erzählen und deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.

Arten von Lücken im Lebenslauf

Kurze Lücken

Lücken im Lebenslauf können verschiedene Formen annehmen. Einige sind kurz und leicht zu erklären: du hast deinen alten Job gekündigt, bist du einen neuen gefunden hattest und vertraglich alles geregelt war, hattest du drei Monate lang keinen Job.

Das kann passieren, und das Wissen natürlich auch die Firmen. Sie erleben es bei ihren neuen Mitarbeitern ja oft genauso. Deswegen gilt als Faustregel:

Alles, was maximal drei Monate gedauert hat, musst du nicht erklären.

Du musst diese Zeit also nicht so im Lebenslauf angeben:

12/2017 - 06/2022   Marketing Berater
                    SkyHigh Revolutions, Kiel
09/2017 - 11/2017   arbeitssuchend
04/2010 - 08/2017   Marketing Manager
                    Rocket Runner GmbH, Hamburg

Du darfst sie stattdessen ersatzlos streichen:

2/2017 - 06/2022    Marketing Berater
                    SkyHigh Revolutions, Kiel
04/2010 - 08/2017   Marketing Manager
                    Rocket Runner GmbH, Hamburg

Lange Lücken

Sobald die Lücke länger als drei Monate beträgt, werden die Firmen neugierig. Denn zum einen kann es viele gute und nachvollziehbare Gründe geben, warum es zu der Unterbrechung gekommen ist:

  • Berufliche Neuorientierung
    Zeit für die Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung oder Umorientierung
     
  • Weiterbildung
    Studium, Fortbildungen oder Umschulungen
     
  • Persönliche oder familiäre Gründe
    Elternzeit, Pflege von Angehörigen oder gesundheitliche Auszeiten
     
  • Freiwillige Auszeiten
    Dazu zählen besonders häufig Reisen, um neue Erfahrungen zu sammeln

Für dich ist wichtig zu wissen: Mit all diesen Gründen haben die Unternehmen in der Regel kein Problem. Der Grund, warum sie so gezielt und hartnäckig nach Lücken suchen, ist ein ganz anderer.

Denn es gibt andere Gründe für Lücken, über die Bewerber in der Regel nicht sprechen. Und im schlimmsten Fall vermuten die Firmen immer, dass hinter deiner Unterbrechung einer dieser Gründe steckt:

  • Krankheit
  • Haftstrafe
  • Abhängigkeit

Wenn du also eine längere Lücke in deinem Lebenslauf hast und nichts dazu schreibst, dann wird die Firma einen dieser drei Gründe annehmen - denn über alles andere könntest du aus Sicht der Firmen problemlos reden.

Deswegen die zweite Regel:

Längere Lücken niemals unkommentiert lassen.

Lücken im Lebenslauf proaktiv angehen

Der wichtigste Punkt beim Umgang mit Lücken im Lebenslauf ist Ehrlichkeit. Versuche nicht, Lücken zu verschweigen oder sie hinter geschönten Angaben zu verstecken. Die meisten Arbeitgeber schätzen Transparenz und Aufrichtigkeit - du umgekehrt sicherlich auch.

Es geht darum, deine Geschichte authentisch und selbstbewusst zu erzählen.

Schauen wir uns nun also verschiedene Möglichkeiten an, deine Lücke in den Lebenslauf zu integrieren.

Lücken schließen durch ein Sabbatical

Bei diesem Begriff solltest du sehr vorsichtig sein. Viele benutzen dieses Wort, damit ihre Auszeit professioneller klingt. Und wissen dabei nicht, dass das Wort Sabbatical eine ganz klare Definition hat:

Ein Sabbatical ist eine unbezahlte Auszeit im Rahmen einer Festanstellung.

Stell dir also vor, du gehst zu deiner Vorgesetzten und sagst "Ich möchte ein halbes Jahr nach Australien. Ich will aber nicht kündigen dafür. Ich möchte für sechs Monate freigestellt werden und verzichte solange auf das Gehalt. Danach läuft der Vertrag wie gehabt weiter."

Das – und nur das – ist ein Sabbatical. Wenn du durch die Welt reist und dabei keinen Arbeitsvertrag mehr hast, der lediglich ruht, dann machst du auch kein Sabbatical.

Lücken schließen durch Weiterbildung

Eine effektive Methode, um Lücken im Lebenslauf zu füllen, ist die Teilnahme an Weiterbildungen und Kursen. Dies zeigt, dass du die Zeit genutzt hast, um deine Fähigkeiten und Kenntnisse zu erweitern.

Dazu musst du nicht mal auf einen Bildungsgutschein warten oder dich bei einem Weiterbildungsträger anmelden. Durch das Internet haben wir heute eine unendliche Auswahl an Quellen, aus denen wir lernen können.

Auch hier ist wichtig: Gib nur Dinge an, die du auch wirklich in dieser Zeit gelernt hast.

In einem Vorstellungsgespräch lässt sich schnell herauszufinden, ob du dich mit dem aktuellen Stand eines Themas befasst hat oder nicht.

Im Lebenslauf gibst du deshalb auch immer ein paar Unterpunkte an, was du ganz konkret gelernt hast:

2/2021 - 08/2021    Weiterbildung
                    OnlineAcademy Inc
                      • Onlinemarketing
                      • Auswertung von Kampagnen
                      • SEO, SEA

Lücken schließen durch Ehrenamt oder Praktika

Ehrenamtliche Arbeit oder Praktika sind doppelt praktisch wenn es darum geht, Lücken zu füllen: Zum einen zeigst du damit Engagement, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, zur Gemeinschaft beizutragen. Und zum anderen sammelst du handfeste praktische Erfahrung.

Das Ehrenamt muss dabei nicht mal einen beruflichen Bezug haben. Denn ganz gleich, wo genau du dich engagierst und welche Aufgaben du übernimmst – du wirst dabei sehr viel Neues lernen.

Oft erlernt man sogar auf solchen Stationen, ganz unerwartete Fähigkeiten, die einem auf dem späteren beruflichen Weg sehr hilfreich sind. Ich selbst habe zum Beispiel neben dem Studium im Einzelhandel gejobbt – und habe dabei gelernt, wie man mit wütenden Menschen umgeht.

Das sind Dinge, die man in keinem Seminar lernt - weil man auch nie auf die Idee kommen würde, nach so einem Kurs zu suchen. Aber das ist für mich heute immer noch eine sehr hilfreiche Fähigkeit.

Ehrenamt und Praktikum können dir also neue Fähigkeiten und Kenntnisse bescheren, die für deine Karriere relevant sind.

2/2021 - 08/2021    Ehrenamt
                    Alltagshelden e. V., Hameln
                      • Verein zur Unterstützung von
                        Familien mit chronisch kranken Kindern
                      • Organisation von Freizeitaktivitäten
                      • Akquise von Sponsoren

Lücken schließen durch Selbständigkeit oder Nebenjobs

Ich kenne viele Menschen, die schon lange darüber nachdenken, sich irgendwann mit einem Thema selbstständig zu machen, das ihnen am Herzen liegt.

Eine Lücke kann eine hervorragende Gelegenheit sein, diese Idee testweise auszuprobieren. Solange du damit kein Geld verdienst, musst du kein Gewerbe anmelden und dich um all die Formalitäten kümmern, die dich bislang vielleicht abgehalten haben.

Davon profitierst du ebenfalls doppelt: Zum einen überbrückst du die Zeit, und zum anderen erhältst du einen realistischen Eindruck, wie es wäre, wirklich selbstständig zu sein. Kannst du Kunden gewinnen für das, was du tun möchtest?

Natürlich musst du nicht auf eigene Faust tätig werden, du kannst dir auch einen Nebenjob suchen, mit dem du gleichzeitig etwas Geld verdienst. Denn etwas lernen kannst du bei allem, wenn du aufmerksam dabei bist.

2/2021 - 08/2021    Webdesigner
                    Freiberufliche Tätigkeit, Jena
                    • Konzeption einer Webseite für
                        den Verein Alltagshelden
                    • Abstimmung mit allen Stakeholdern
                    • Umsetzung in Typo3

Lücken schließen durch persönliche Projekte

Als letzte Möglichkeit kannst du auch dein eigenes Projekt definieren. Überlege dir, was du erreichen möchtest, überlege dir die Schritte auf dem Weg dorthin – und mache dich dann an die Umsetzung.

Solche Projekte demonstrieren Eigeninitiative und die Fähigkeit, selbstständig zu lernen und zu arbeiten. Erläutere, wie diese Aktivitäten deine beruflichen Fähigkeiten verbessert oder erweitert haben.

2/2021 - 08/2021    Konzeption einer App
                    Eigenes Projekt
                    • Konzept für eine mobile App
                      zum Thema Umweltschutz
                    • Recherche zu Best Practices
                    • Vorstellung des Konzepts bei
                      der Ortsgruppe des NABU

Lücken wegen Krankheit

Dem Thema Krankheit widme ich einen eigenen Abschnitt, weil es sich von allen anderen in einem wichtigen Punkt unterscheidet:

Während es für jeden problemlos möglich sein sollte, über Praktika, Nebenjobs oder Projekte zu berichten, wenn er sie absolviert hat, sieht das beim Thema Krankheit ganz anders aus.

Hier kommen wir nämlich in den Bereich der Privatsphäre, und der ist im Berufsleben gut geschützt. Du bist also nicht verpflichtet, den Arbeitgeber zu informieren, was in dieser Zeit genau passiert ist.

Trotzdem gibt es zu Bedenken: Wenn du einfach gar nichts schreibst, dann vermuten die Firmen immer das Schlimmste, das sie sich vorstellen können.

Nehmen wir mal als Beispiel, du bist gestürzt und hattest einen komplizierten Bruch, der mehrere Operationen und eine Reha notwendig gemacht hat.

Dann könnte das in deinem Lebenslauf so aussehen:

2/2021 - 08/2021    Operationen und Rehabilitation nach Unfall
                    • Trümmerbruch am Handgelenk
                    • vollständig genesen

Wenn ein potenzieller neuer Arbeitgeber das liest, denkt er sich höchstens: "Puh, das war sicher nicht schön." Doch er weiß jetzt, warum du zu der Zeit nicht arbeiten konntest, und ist beruhigt.

Ähnlich verhält es sich, wenn nicht du erkrankt warst, sondern jemand in deinem Umfeld. Auch da kannst du dir vorstellen, dass es die Firmen beruhigen wird zu hören, dass nicht du selbst die gesundheitlichen Probleme gehabt hast.

Und dass du dich bereit erklärt hast, dich um jemanden zu kümmern, das kann sogar ein großer Pluspunkt sein.

Im Lebenslauf kann das dann zum Beispiel so aus

2/2021 - 08/2021    Pflege meiner Mutter

Doch es gibt Krankheiten, über die möchte man nicht sprechen - und es geht die Firmen auch nichts an. In dem Fall solltest du wenigstens das absolute Minimum schreiben:

2/2021 - 08/2021    Auszeit wegen Krankheit
                    • vollständig genesen

Kommunikation mit potenziellen Arbeitgebern

Nachdem du die Lücken in deinem Lebenslauf sinnvoll aufgeführt und soweit möglich gefüllt hast, wirst du natürlich zu Vorstellungsgesprächen eingeladen.

Du kannst davon ausgehen, dass die Lücken hier auch thematisiert werden.

Daher ist eine gute Vorbereitung wichtig: Überlege dir im Voraus, wie du deine Lücken erklären willst und welche positiven Aspekte du vielleicht sogar hervorheben kannst.

Gerade wenn es um sehr persönliche Themen wie Krankheiten geht, ist es wichtig, dass du dir schon vorher überlegst, wo deine Grenzen sind: Worüber willst du sprechen, worüber definitiv nicht?

Wie wirst du reagieren, wenn die Firma beginnt, über deine Grenzen hinaus zu fragen? In der stressigen Gesprächssituation können dir schnell die Worte fehlen. Wenn du sie dir zu Hause zurecht gelegt hast, wird die Situation entspannter für dich.

Ich betone hier noch mal: Die Firmen haben kein Recht zu erfahren, was genau in dieser Zeit passiert ist. Und wenn es Dinge gibt, über die du nicht reden kannst oder willst, dann ist es dein gutes Recht, das auch nicht zu tun.

Im Notfall signalisierst du deutlich, dass deine Grenze erreicht ist:

Wissen Sie, das ist ein sehr privates Thema, und darüber möchte ich hier nicht sprechen. Ich kann Ihnen nur versichern, dass ich heute kerngesund vor Ihnen sitze.

Gute Vorbereitung brauchst du aber auch für die anderen Fälle, also wenn es Weiterbildungen, Praktika oder andere Projekte gegeben hat. Dann solltest du dir überlegen, was du ganz konkret daraus gelernt hast.

Allgemeinplätze wie "ich bin organisierter geworden" oder "ich bin mutiger geworden" überzeugen niemanden. Du brauchst konkrete Beispiele, die belegen, wodurch du was gelernt hast.

Ich habe viel über das Präsentieren gelernt. Ich habe das Konzept meiner App immer wieder vorgestellt, und nach jedem Mal habe ich meine Präsentation verfeinert. 
Ich habe genau darauf geachtet, zu welchen Punkten meine Zuhörer Fragen hatten und habe diese Punkte dann noch klarer dargestellt.
Ich habe also gelernt, mehr aus der Sicht meiner Zuhörer zu denken.

Selbstvertrauen und Authentizität

Dein Auftreten im Gespräch ist ebenso wichtig wie die Inhalte. Ein selbstbewusstes und authentisches Auftreten zeigt, dass du hinter deinen Entscheidungen stehst und diese als Teil deiner beruflichen Entwicklung siehst.

So platt das klingt, doch schon diese Haltung kann dabei helfen, potenzielle Arbeitgeber zu überzeugen, dass du mit Herausforderungen umgehen kannst.

Ein hilfreicher Gedanke kann dabei sein, dass du den Werdegang deiner Gesprächspartner überhaupt nicht kennst. Wer sagt dir denn, dass die selber nicht auch irgendwelche Brüche in ihrem eigenen Werdegang haben?

Vielleicht haben sie viel mehr Verständnis für deine Situation, als du ahnst.

Du musst dich also niemals rechtfertigen oder gar entschuldigen, dass dein Leben nicht perfekt war. Den perfekten Werdegang gibt es nicht.

Statt dich zu verteidigen ist es also angebrachter, sachlich und geduldig zu erklären. Erzähle, was passiert ist. So, als wäre es einfach nur eine weitere Station in deinem Werdegang – und das ist es ja auch.

Vergiss nicht über die positiven Aspekte zu sprechen, wenn es sie gegeben hat. Du hast sie dir ja schon zu Hause überlegt, richtig?

Das gilt übrigens besonders dann, wenn du im Gespräch besonders schwierige Fragen gestellt bekommst. Bleibe ruhig und fokussiert und nutze diese Gelegenheit, um zu zeigen, wie du Herausforderungen gemeistert und was du daraus gelernt hast.

Die Bedeutung des Anschreibens

Der Lebenslauf ist dazu da, alle Zahlen, Daten und Fakten zu deinem Werdegang zu liefern. Doch das ist immer nur die halbe Wahrheit, denn ich kann zwar sehen, was du wann gemacht hast – aber nicht, warum.

Dazu ist das Anschreiben da. Hier kannst du das Bild ergänzen und dich als Mensch vorstellen. Mit all deinen Werten, Zielen und deiner Motivation.

Wenn es besonders auffällige Zeiten in deinem Lebenslauf gab, dann kannst du sie auch hier ansprechen. Allerdings auch wieder, ohne dich zu entschuldigen, ohne dich zu rechtfertigen.

Du kannst den Spieß sogar umdrehen und etwas machen, was fast immer funktioniert: mit der menschlichen Neugier spielen.

Deute an, dass es eine Erklärung gibt – aber liefere sie nicht:

Ihnen wird auffallen, dass es 2019 eine längere Unterbrechung in meinem Werdegang gibt. Doch dafür gibt es gute Gründe, die ich Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch erläutern werde.

Fast alle Menschen, die das lesen, möchten jetzt gerne die Auflösung kennen – doch dazu müssten sie dich einladen und mit dir reden.

Ein gutes Anschreiben ist immer ein wahrer Türöffner, wenn man eben nicht den klassisch geraden Lebenslauf hat.

Erfolgsgeschichten aus meiner Praxis

9 Jahre "nichts"

Torsten hatte seit neun Jahren nicht mehr gearbeitet. Er hat in der Zeit auch nichts Berufliches gemacht, keine Weiterbildung, keine Projekte. Es gab nichts, womit er diese lange Lücke füllen könnte.

Im Gespräch mit ihm erfuhr ich, wie alles angefangen hatte:

Als seine Frau das erste Kind bekommen hatte, hat er Familienzeit genommen. Und das gefiel ihm so gut, dass die beiden beschlossen hatten: Sie geht wieder arbeiten, er bleibt zu Hause.

Es folgten weitere Kinder und Torsten wurde Hausmann aus Überzeugung.

Seine Entscheidung und die lange Lücke hatten also etwas mit seinen Werten im Leben zu tun. Und wie viele Menschen, die im Büro ihre Kinder vermissen, können das nachfühlen?

Also haben wir genau darüber geschrieben. Wir haben nichts beschönigt, keine Erfahrung erfunden, die es nicht gibt. Aber wir haben darüber geschrieben, was Torsten antreibt.

So konnten die Firmen sich ein gutes Bild davon machen, was für ein Mensch Torsten ist. Und wenn du auf menschlicher Ebene für Verständnis gesorgt hast, dann folgt der Rest von ganz allein.

Torsten arbeitet heute in einem Beruf, in dem er viel mit Menschen zu tun hat. Denn darüber hat er sehr viel gelernt, ohne das bewusst zu tun.

Alkoholangängigkeit

Nils hatte nicht mehr viel Hoffnung, dass er noch mal einen Fuß in die Tür bekommen würde. Er hatte lange in einer Spedition gearbeitet, ein sehr stressiger und anstrengender Job mit viel Druck.

Um abends abzuschalten, hat er dann immer öfter getrunken – und ist langsam aber sicher in die Alkoholabhängigkeit geraten.

Die wurde irgendwann so schwerwiegend, dass er seinen Job und seine Familie verloren hat. Doch irgendwann hat er die Motivation und den Mut gefunden und ist eine Klinik gegangen,

Als er zu mir kommt, ist er bereits über zwei Jahre trocken und hat sein Leben wieder im Griff. Jetzt fehlt ihm nur noch ein Job.

Eine Alkoholabhängigkeit zu überwinden, ist eine große Leistung. Auch in der begleitende Therapie hatte Nils sehr viel über sich gelernt.

Anstatt sich also für die Erkrankung zu schämen und sie zu verstecken, ist er in die Offensive gegangen. Und dieser Mut wurde belohnt.

Nils sagte mir später, dass er in der neuen Firma wirklich glücklich ist. Ein Zustand, den er vorher noch nie erlebt hatte.

Kindesentführung

Marisa werde ich nie vergessen. Ihre Lücke hatte einen so ernsten Hintergrund, dass sie nicht nur nicht darüber reden wollte – sie konnte es nicht.

Ihr Mann hatte das gemeinsame Kind entführt und sich mit ihm ins Ausland abgesetzt. Die Ängste und Sorgen, die Marisa in dieser Zeit ausstehen musste, kann ich mir nicht mal vorstellen.

Auch heute noch war das ein Problem für sie, wenn es um Bewerbungen ging. Denn sobald sie auf diese Zeit angesprochen wurde, kamen schlagartig all die bösen Erinnerungen wieder hoch.

Dann fror sie entweder ein oder begann zu weinen. So konnte und wollte sie sich nicht neuen Firmen vorstellen.

Mit Marisa habe ich vor allem an den Grenzen und den Formulierungen gearbeitet. Sie brauchte fertige Reaktionen, die sie abrufen konnte, wenn das Gespräch zu nah an das sensible Thema geriet.

Diese Situationen haben wir dann geübt, immer wieder, in einem geschützten Rahmen. Und irgendwann fühlte sie sich dann sicher genug, um damit auch in die echten Gespräche zu gehen.

Auch sie hat es geschafft, die Firmen von sich zu überzeugen, ohne ihre private Geschichte preisgeben zu müssen.

Eine Lücke ist nicht das Ende

Ich habe hier drei besonders prägnante Beispiele angeführt. Nicht, um dich zu schockieren, sondern um dir zu zeigen: Eine Lücke ist nicht das Ende.

Es ist wichtig, diese Zeiten nicht als Schwachpunkte, sondern als Zeiten des Wachstums und der persönlichen Entwicklung zu sehen.

Jeder von uns hat eine einzigartige Geschichte zu erzählen, und jede dieser Geschichten hat ihren eigenen Wert. Lücken im Lebenslauf sind Teil deiner Geschichte, sie definieren dich aber nicht.

Wenn auch du Dinge in deinem Lebenslauf hast, die dir Kopfschmerzen bereiten, dann sprich mich an. Ich kann dir dabei helfen, das Gute im scheinbar Schlechten zu entdecken und dafür sorgen, dass du klar und selbstbewusst damit umgehst.

Gemeinsam finden wir einen Weg für dich - Mut zur Lücke.

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