Du verschickst Bewerbungen. Und du möchtest nicht nur einen Job, der zu dir passt – du möchtest auch fair bezahlt werden.
Und dieses „fair“ beginnt schon im Bewerbungsprozess:
Schicken Sie uns Ihre Unterlagen mit Angabe Ihrer Gehaltsvorstellung.
Ja, woher soll ich die denn wissen?
Das Gehalt hängt von so vielen Faktoren ab. Und es wird ein riesiges Geheimnis darum gemacht.
Wenn du als erster eine Zahl nennst, bist du immer im Nachteil. Und das wissen die Firmen ganz genau.
Endlich ein faires Gehalt
Doch jetzt gibt es endlich Hoffnung, dass dieses Gehaltspokern bald vorbei ist. Und du nicht bei jeder Bewerbung Angst haben musst, dass du dich womöglich unter Wert verkaufst.
Denn im Sommer 2026 soll die EU-Entgelttransparenzrichtlinie endlich ihre Wirkung zeigen.
Und das hat genau einen Zweck:
Gehälter transparenter zu machen, damit du viel klarer informiert bist, noch bevor du unterschreibst, noch bevor du deine Bewerbung auch nur abgeschickt hast.
Klingt gut?
Schauen wir mal, wie es jetzt (März 2026) in der Realität aussieht.
Was wird passieren – und wann?
Wirklich fest steht bisher nur das hier:
Die EU-Richtlinie ist in Kraft und muss bis 7. Juni 2026 in nationales Recht umgesetzt werden.
Aber: Für Deutschland gibt es noch keinen veröffentlichten Referentenentwurf, wie das ganz konkret passieren soll.
Immerhin gibt es einen offiziellen Abschlussbericht einer Kommission zur „bĂĽrokratiearmen Umsetzung“ – sprich: Irgendwer hat sich immerhin schon Gedanken gemacht.
Einen ersten Entwurf soll es irgendwann im 1. Quartal 2026 – also noch diesen Monat.
Was das fĂĽr Bewerber heiĂźt
Du wirst ab 2026 (oder 2027, wer weiĂź …) sehr wahrscheinlich mehr Gehaltsspannen und klarere Gehaltsinfos im Recruiting sehen – aber nicht ĂĽber Nacht ĂĽberall gleich.
Denn: Selbst wenn das Gesetz bis Juni kommt, können Ăśbergangsregeln und Stufenmodelle dafĂĽr sorgen, dass manche Pflichten erst viel später „scharf“ werden.
Das wird vor allem von der Unternehmensgröße abhängen.
Wie können sich Firmen „davor drĂĽcken“?
Die gute Nachricht: Ganz „drĂĽcken“ wird schwierig, weil die EU-Richtlinie klare Mindeststandards setzt:
Mehr Transparenz im Recruiting, stärkere Rechte, Sanktionen und Strafen, Beweislast werden kommen und werden Pflicht sein.
Doch wir wissen alle. Große Firmen werden sich teure Anwälte leisten, die nach Schlupflöchern suchen.
Was ich jetzt schon erwarte:
- Pseudo-Transparenz durch sehr breite Gehaltsspannen
Wenn in der Stellenanzeige steht, dass „zwischen 30.000 und 80.000 Euro“ gezahlt werden, dann ist das in Wahrheit eine Nebelkerze, aber keine Transparenz. - Noch mehr neue Jobtitel, um die Vergleichbarkeit zu erschweren. „Ja, als Senior Marketing Manager hätten wir Ihnen das auch gezahlt, aber anhand Ihrer Qualifikation schätzen wir sie eher als Sub-Senior Mid-Range Professional Marketing Manager ein.“
- Weitermachen wie bisher wird auch eine Option sein. Denn ob und was für Sanktionen es geben wird, wenn eine Firma sich nicht daran hält, ist noch überhaupt nicht bekannt.
Es bleibt (leider) spannend
Ich bin weiterhin fest davon ĂĽberzeugt, dass wir einen besseren und faireren Umgang mit Gehalt in der Bewerbung bekommen werden.
Nur ob das dieses Jahr noch passieren wird, dafĂĽr wĂĽrde ich meine Hand nicht ins Feuer legen.
Ich warte gespannt auf die ersten offiziellen EntwĂĽrfe, und du solltest solange meinen Newsletter abonnieren.
Dann halte ich dich gerne immer auf dem Laufenden, nicht nur beim Gehalt, sondern bei allem, was du fĂĽr deine erfolgreiche Jobsuche brauchst
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